Japan in 3 Tagen

Was die Japaner in Europa können, das können wir erst recht. Wenn also die immer nur kurzen nationalen Feiertage anstehen, planen alle Expats ihre Reisen. Einige erfahrene Mitstreiter nehmen diese Ferien zum Anlass in Bali, Vietnam oder Thailand zu entspannen. Die weniger Erfahrenen oder sollte ich sagen Neulinge zeigen sich etwas ambitionierter. Während der Golden Week China zu verlassen, ist mit Sicherheit schon mal schlau, daher hatten wir uns für die uns zur Verfügung stehenden 5 Tage Japan vorgenommen.

Und was soll ich sagen, drei Städte in 5 Tagen, das sollte doch zu schaffen sein, oder? Flüge und Hotels hatten wir dank unserer TA bereits von hier aus gebucht, der Rest stand dann vor Ort an. Hatte ich schon gesagt, dass man in Japan japanisch spricht und dass das ganz anders klingt als chinesisch? Und dass die Japaner zwar jede Menge chinesischer Schriftzeichen benutzen, diese aber völlig andere Bedeutungen haben? Und dass es in Japan ganz viel Fisch gibt? All diese Dinge haben mich nicht abgeschreckt und um das ganze schon einmal vorweg zu nehmen: Wir hatten einen tollen Urlaub! Alles hat geklappt, das Kaufen der Zugtickets, die Bestellung von Essen in einem japanischen Schnellrestaurant und das Finden der relevanten Sehenswürdigkeiten. Zunächst einmal zwei Tage Tokyo!

Unser erstes Fazit: Das ist ja total westlich! An den Ampeln warten alle Fußgänger und Radfahrer bei Rot, die Autos geben den Fußgängern Vorrang, wenn diese über einen Zebrastreifen gehen, alles ist pikobello sauber (noch sauberer als in Deutschland), und der Umgangston ist vorbildlich (auch hier können wir uns alle noch eine Scheibe abschneiden). Aber für jemanden, der noch nie in Asien gewesen ist, sind die Eindrücke gewaltig. Die Skyline ist von modernsten Hochhäusern geprägt, die Straßenverläufe lassen auf große Durchflusszahlen schließen und die Nutzung von Werbeflächen ist einfach nur beeindruckend.

Es gibt natürlich auch jede Menge historischer Plätze zu besuchen und einer davon ist der Meiji-Schrein in Tokyo. Zu Ehren des Meiji-Kaisers erbaut ist es heute eine Stätte des Glaubens. Hier pilgern die Japaner hin um mit einer Geldspende für Glück und auch beruflichen Erfolg zu bitten. So spendet die Sake-Gilde jedes Jahr Sakefässchen um für den weiteren Erfolg der Sake-Industrie zu bitten.

Da dieser Schrein öffentlich zugänglich ist, hatten wir das Glück, eine traditionelle Shinto-Hochzeit beobachten zu können. Ein ungewöhnlicher Anblick zwischen all den Touristen aber umso beeindruckender, wenn man die stolzen Gesichter der Teilnehmer ansieht.

Auf solche Holztafeln kann jeder seine Gebete und Wünsche schreiben. Gut zu wissen, dass es auf diesem Gebiet keine Sprachbarrieren gibt. Hier hängen englische, französische, chinesische, japanische sowie weitere Sprachen einträglich nebeneinander. Glauben verbindet eben doch!

Ist schon schön diese Kleidung, oder? Aber wenn die Damen dann laufen, freue ich mich über meine Hosen und vernünftige Schuhe. Sie tippeln in kleinen Schritten hinter den Männern her, die häufig in westlicher Kleidung vorwegschreiten. Und immer lächeln…

Ruhe, Ordnung und Disziplin, diese Worte fallen mir ein, wenn ich an die Fußgänger in Japan denke. Bei Rot stehen sie an der Ampel, allerdings in riesigen Trauben mit einem gewissen Abstand zueinander. Das kann sich auch gut bis zu 5 oder 6 Metern auf den Bürgersteig entlangziehen. Hier in China undenkbar und auch in Deutschland schieben wir uns in die entstandenen Lücken!

An der Shibuja Crossing kommen die Fußgänger gleich aus 6 Richtungen und auch beim Überqueren der Straße kommt es zu keinerlei Berührung. Wie von Geisterhand geschoben, bewegen sich die Menschen alle in der gleichen Geschwindigkeit ihrem Ziel entgegen und kein Autofahrer hupt oder will noch schnell mal abbiegen. Trotz dieser Menschenmenge keine Hektik, sehr entspannend.

Tokyo ist natürlich auch ein Einkaufsmekka. Hier finden sich wirklich all die Marken, die wir Westler kennen und lieben. Bunt, leuchtend und beschallt, die Menschen tummeln sich durch die Fußgängerzonen, die es in allen Ecken der Stadt gibt. Eines unserer Ziele war ein Geschäft, das sich auf Mangas spezialisiert. Faszinierend, wie sich diese Comics in den Alltag der Japaner geschlichen haben, sogar für Werbung werden diese Manga-Figuren genutzt, die vom Aussehen her eigentlich überhaupt keine Ähnlichkeit mit den Japanern haben.

Als weitere Sehenswürdigkeit hatten wir uns für den zweiten Tag das Zentrum Asakusa vorgenommen, den Sensoji oder auch Asakusa-Kannon-Tempel. Der Weg dorthin führt durch das Kaminari-Mon. Der dort hängende Lampion ist 3,3 m hoch und 100 kg schwer. Die Anzahl der dort aufgenommenen „Selfies“ ist unglaublich und auch Stefan, der diesem Fieber zum Opfer gefallen ist, hat mit uns allen diesen Moment dokumentiert. Ich erspare Euch diese Bilder…

Hatte ich schon gesagt, dass es sich um einen Tempel handelt? Und dass man für eine kleine Geldspende für sein Glück bitten kann? Na, und nach dem Beten muss zweimal in die Hände geklatscht, dann zweimal verbeugt und dann noch einmal klatscht werden. Da war ganz schön was los.

Oben ist das Dach der Haupthalle zu sehen, ich Banause habe mich vor allem an dem blauen Himmel erfreut. Den hatte ich so lange schon nicht mehr gesehen! Mit Wölckchen, wie schön…

Unten ist die 48 m hohe, 5-stöckige Pagode zu sehen, die ebenso wie die große Halle, zu den Nationalschätzen Japans gehört. (Und blauer Himmel!)

Aber was wäre eine Sehenswürdigkeit ohne die entsprechenden Souvenirshops? Auf dem Weg vom großen Tor bis zur Halle konnten wir die vielfältigsten japanischen Souvenirs bestaunen. Seidentücher, Papierkunst, Fächer, Glückskatzen und Geishas mit wackelnden Köpfen, Bilder sowie natürlich diverse japanische Leckereien wurden angeboten.

Ich hatte mir erzählen lassen, dass man in Japan günstig japanische Elektro-Produkte kaufen kann. Also habe ich meine Familie nach Akihabara geschleppt, wo sich ein Elektronikgeschäft ans andere reiht. Leider fand mein Mann die Kamera immer noch zu teuer. Wie kann ich ihm nur klar machen, dass ich in diesem speziellen Fall nicht auf den Wuai-Markt bauen kann?

Ein letzter Blick aus unserem Hotelfenster und dann geht es mit dem Shinkansen nach Kyoto!

Genießt die Bilder und lasst Euch Appetit machen auf Asien! In Kürze kommt der nächste Post mit Bildern aus Kyoto. Bis dahin wünsche ich Euch allen schöne Herbsttage, die ich hier gerade aus vollem Herzen genieße. Der Winter naht!

Eure Bettina

 

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *